Wie selbstverständlich verschmilzt der kühle Minimalismus des Electro mit dem handelsüblichen Instrumentarium einer Rock-Band bei UNPLACES (formerly known as NRT) zu einem untrennbaren Organismus. Mit souveräner Leichtigkeit und unbeeindruckt von etwaigen Genre-Grenzen kreiert die Formation aus Bochum und Hannover um DORETTE GONSCHOREK, PETRA FRANETZKI und DANIEL FASOLD ein ums andere Mal Songs von hymnischem Charakter. Den Synthesizer zum prägenden Stilmittel erhoben, lässt das Trio tanzbare Trip-Hop-Beats auf E-Bow-gestützte Gitarrenakkorde sowie melancholische Gesänge treffen und findet im folgerichtig als Electro-Wave-Rock bezeichneten Endprodukt sogar noch Verwendung für genreuntypische Instrumente wie z.B. die Trompete, die sich vor allen Dingen bei den Live-Shows der Band positiv bemerkbar macht. Kompositorisch-strukturell frei und mit tiefer Hingabe stimmt die Band das atmosphärische Spannungsfeld des jeweiligen Tracks stets auf die nachdenklich gesellschaftlich-politische Textebene ab, was zu einer engen Verzahnung der einzelnen Elemente führt. Die ohnehin schon gegebene Vielfalt wird live noch um Soundcollagen, Field Recordings und Visuals ergänzt, um ein audiovisuelles Gesamtpaket zu schaffen, das die hohe Qualität der anspruchsvollen Studioarbeit gekonnt auf die Bühne überträgt.

Auch wenn der aufregende und unverbrauchte Sound anderes vermuten lässt: Bei UNPLACES aus Bochum und Hannover handelt es sich nicht um eine Newcomerband, sondern um das bereits etablierte Trio NRT. Der Grund für die Umbenennung geht dabei nicht etwa auf eine musikalische Neuausrichtung zurück, sondern ist schlichtweg dem Umstand geschuldet, dass die Band unter der alten Bezeichnung in der Web-Konkurrenz zum gleichnamigen Fernsehsender NRT zunehmend den Kürzeren zog. Die Auffindbarkeit in den einschlägigen Suchmaschinen ist heutzutage eben ein nicht zu unterschätzendes Gut. Musikalisch knüpfen UNPLACES demnach nahtlos da an, wo NRT aufgehört haben, und werden dem Namen gerecht, den sie sich in Szenekreisen über die Jahre erspielt haben; ganz egal welchen die Band nun auch tragen mag. Will heißen: UNPLACES bleibt die leidenschaftliche, mitreißende Live-Band, die sie immer schon gewesen ist und schöpft auch weiterhin aus den zahlreichen Konzerterfahrungen, die sie u.a. als Support-Act für die legendären ‚No More‘, ‚The Bollock Brothers‘ oder ‚Brunettes Shoot Blondes‘ auch außerhalb von Deutschland sammeln konnten. Auch bleiben die bisherigen VÖs TIME (2014) und AMBITION (2015) fester Bestandteil des Repertoires, das nun am 1. Juni 2018 um die 14 Songs des über ihr eigenes Label TANGRAMI RECORDS im Vertrieb von TIMEZONE veröffentlichten brandneuen Albums CHANGES erweitert wird.

„Spielerisch kombiniert das Trio kraftvolle Gitarren mit leidenschaftlichen Gesängen, rollt weiche Keyboardteppiche über mechanische Drum-Schablonen und verwebt Wave, Rock und Post-Punk mit vorsichtigen Pop-Elementen zu einem abwechslungsreichen Schauspiel von leichtherziger Schwermut.“

Legacy

„Hörer von gängigen Synth-Pop, Trip-Hop und New Wave-Bands kommen bei diesem Album voll auf ihre Kosten. Auch die, wenn auch zurückhaltenden, Rock-Elemente sind erwähnenswert und liefern eine kombinatorisch schön einsetzende Atmosphäre. Unplaces hat sich durch dieses Album zu einem wirklich namhaften Projekt gemausert, welches nicht zu unterschätzen sein sollte.“

Mensch-Maschinen-Musik

„Einsamkeit, Isolation, Druck und Zwang auf der einen Seite – pure Schönheit, Natur und Trost auf der anderen. Vom ernsten Titelsong, über die gut interpretierte Covernummer bis hin zum wunderbaren melancholisch verträumt beginnenden und sich zur Rocknummer mausernden ‚Reset‘ macht das Album großen Spaß.“

metalinside.de

„Wer jedoch auf ausgefallene Songarrangements und Stilexperimente steht, der sollte sich ‚Ambition’ einmal zu Gemüte führen, denn erfrischend innovativ gehen NRT in bekannten Genres zu Werke und kombinieren daraus einzelne Eigenheiten zu einem neuen Sound.“

Deepground Magazine

“Womit kann man in der heutigen, durch-eklektisierten Musiklandschaft noch überraschen? Mit Trompeten-Soli in industriellem Rock? Einer bunten Soundpalette voller stilistischer Brüche? Abrupten Tempowechseln? All das bieten NRT auf ihrem Debüt und klingen dabei kein einziges Mal überambitioniert.”

Beat